Vereinfachtes Abrechnungsverfahren

Allgemeines

Seit dem 1. Januar 2008 ist das Bundesgesetz über Massnahmen zur Bekämpfung der Schwarzarbeit (BGSA) in Kraft. Ein Teil dieses Bundesgesetzes ist das vereinfachte Abrechnungsverfahren. Hier können Arbeitgebende, welche die Voraussetzungen erfüllen, nebst den ordentlichen Sozialversicherungsbeiträgen auch die Steuern mit der zuständigen Ausgleichskasse abrechnen.

Voraussetzungen für die Abrechnung im vereinfachten Abrechnungsverfahren

  • der Jahreslohn pro Arbeitnehmenden darf den Grenzbetrag für den Eintritt in die obligatorische berufliche Vorsorge nicht übersteigen. Ab dem 1. Januar 2015 beträgt dieser Wert Fr. 21'150 / Jahr
  • die gesamte jährliche Lohnsumme des Betriebes darf den doppelten Betrag der maximalen jährlichen Altersrente nicht übersteigen. Ab dem 1. Januar 2015 beträgt dieser Wert Fr. 56'400 / Jahr
  • der Arbeitgeber muss die Löhne des gesamten Personals im vereinfachten Abrechnungsverfahren abrechnen
  • die Jahresabrechnung muss innert  30 Tagen nach Ablauf der Abrechnungsperiode eingereicht und die Beiträge müssen pünktlich bezahlt werden.
  • Arbeitgeber ist keine Kapitalgesellschaft oder Genossenschaft (AG, GmbH, etc.)
  • Arbeitnehmende dürfen keine Kinder oder Ehegatten des Betriebsinhabers sein.

Fällt eine dieser Voraussetzungen weg, erfolgt der Ausschluss aus dem vereinfachten Abrechnungsverfahren.

Anmeldefristen

bestehende Arbeitgebende: bis zum Ende des Vorjahres, in dem der Wechsel geplant ist. Der Wechsel kann nur auf den Beginn eines Kalenderjahres erfolgen.
neue Arbeitgebende: innert 30 Tagen nach Beginn des Arbeitsverhältnisses.

Akontobeiträge

Es werden keine Akontobeiträge in Rechnung gestellt. Die Abrechnung erfolgt einmal jährlich aufgrund der definitiven Lohndeklaration.

Abrechnung und Beitragszahlung

Arbeitgebende reichen der Ausgleichskasse innert 30 Tagen nach Ablauf der Abrechnungsperiode eine ordnungsgemässe Abrechnung ein. Das dafür vorgesehene Abrechnungsformular wird von der Ausgleichskasse jeweils Ende Jahr automatisch zugestellt.

Die Arbeitgebenden haben die geschuldeten Beiträge und Steuern innert 30 Tagen ab Rechnungsstellung zu bezahlen.

Bei verspäteter Entrichtung oder Abrechnung der Beiträge hat die Ausgleichskasse Verzugszinse zu erheben.

Beitragsansätze

AHV/IV/EO

10.25 %

je zur Hälfte Arbeitgeber / Arbeitnehmer
ALV (Arbeitslosenversicherung)

2.20 %

je zur Hälfte Arbeitgeber / Arbeitnehmer
FAK Kt. SO (Familienausgleichskasse)

1.30 %

nur Arbeitgeber
VK (Verwaltungskosten)

4.00 %

nur Arbeitgeber, von den AHV/IV/EO-Beiträgen
Quellensteuer

5.00 %

nur Arbeitnehmer

Beginn der Beitragspflicht

Die Beitragspflicht beginnt am 1. Januar nach Vollendung des 17. Altersjahres und endet, wenn das ordentliche Rentenalter erreicht wird.

Beiträge von AHV-Rentnerinnen und AHV-Rentnern

Personen, die das ordentliche Rentenalter erreicht haben und weiter erwerbstätig sind, zahlen auch weiterhin Beiträge an die AHV/IV/EO, jedoch nicht mehr an die ALV. Die erwerbstätigen AltersrentnerInnen müssen aber nur auf dem Betrag AHV-Beiträge bezahlen, der den Freibetrag von Fr. 1'400.00 im Monat übersteigt.

Geringfügiger Lohn

Vom massgebenden Lohn, der je Arbeitgebenden den Betrag von Fr. 2'300.00 im Kalenderjahr nicht übersteigt, werden die Beiträge nur auf Verlangen des Versicherten erhoben.

Wir empfehlen aber allen Arbeitgebenden, die betroffenen Personen darüber zu informieren, dass Sie die Abrechnung der AHV-Beiträge verlangen können. Hat sich eine Person die Auszahlung der Entschädigung ohne Abzug der AHV-Beiträge gefallen lassen, kann sie nachträglich die Abrechnung der Beiträge nicht mehr verlangen.

Achtung!
Bei in Privathaushalten beschäftigten Personen müssen die Beiträge in jedem Fall entrichtet werden.

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Fragen?

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